Dieses Jahr zu Weihnachten bekommt S. etwas ganz Besonderes. Dass das eine gute Idee ist dachte ich vor etwa einem Monat, als ich darüber gestolpert bin. Inzwischen weiß ich aber: etwas Besonderes muss nicht zwangläufig positiv sein.
Ich mache S. immer gerne neugierig und verrate ihm schon ein wenig über das Geschenk, ohne wirklich viel darüber zu sagen. Meine sehr vagen Äußerungen treiben in seiner Phantasie immer die wildesten Blüten und so ist dieses Ratespiel, das eigentlich keines ist, für mich immer ein Riesenspaß. Nur diesmal nicht, denn bei dem Gerate meinte S.: “Ach egal, solange es nicht xyz und/oder abc ist, gefällt es mir sicher.” und ich musste mich wegdrehen, damit er nicht sehen konnte, wie mir langsam schlecht wird.
Ihr habt es sicher bereits erraten: es ist xyz UND abc. Und ich kann es nicht zurückgeben oder umtauschen. Auf der Karte wird also nichts fröhliches stehen so wie Frohe Weihnachten – viel Spaß mit deinem Geschenk! Nein, da steht dann eher Hier dein persönlicher Albtraum - es tut mir leid!
S. wäre nicht der beste Freund der Welt, wenn er nicht trotzdem gemerkt hätte, dass mich seine Äußerung verzweifeln ließ. Er hat mir also versichert, dass das Geschenk sicher nicht sooo schlimm ist, er übertrieben hat und dass mit mir gemeinsam alles schön ist. Schleimer! Ein bisschen optimistischer bin ich jetzt wieder und denke, dass sich aus dem Geschenk mit viel Alkohol trotz allem noch etwas machen lässt.
Aber was mich gerade am meisten stört ist der Gedanke im Hinterkopf, dass ich eine schlechte Freundin bin und es besser hätte wissen sollen. Ich sollte S. doch besser kennen.